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Dienstag, 3. September 2013
Donnerstag, 2. Mai 2013
Die eigentliche Geschichte der Menschheit beginnt erst mit der Überwindung des Kapitalismus
Gerhard Branstner (Kai Homulus Verlag)
„DIE WELT IN KURZFASSUNG„
Die eigentliche Geschichte der Menschheit
beginnt erst mit der Überwindung des Kapitalismus
„Mit
der Klassengesellschaft wurde es üblich, den anderen umzubringen, und das im
großen Stil. Ob aus ökonomischen Gründen oder in mörderischer Eigenkausalität,
ob unter Agamemnon oder unter Cäsar, unter Wallenstein oder unter dem alten
Fritz, unter Wilhelm II. oder unter Hitler: Europa, der zivilisierteste Teil der
Welt, wurde zum blutigsten, zum mörderischsten, viehischsten. Das beginnt nicht
ersten mit dem Dreißigjährigen Krieg und endet nicht im Kosovo. Heute haben Kriege
nur eine Ursache:
Das
ist der Kapitalismus, ob er Imperialismus, Faschismus oder NATO heißt. Die Wahrheit ist,
dass die Klassengesellschaft normale Menschen dazu bringt, wie Idioten zu denken und zu handeln, selbst so begabte wie Napoleon. Vor uns türmt sich ein ungeheurer
Wall von Lüge und Heuchelei, von geistiger und sittlicher Verdorbenheit. Dieser
Wall wird immer höher, immer schwerer zu
durchdringen. Der einzelne steht hilflos
vor ihm. Und er ist sich seiner Verlorenheit und Verdorbenheit nicht einmal
bewusst. Das Verderblichste an den jetzigen Verhältnissen ist, dass sie alle Bestrebungen, der menschlichen
Vernunft Geltung zu verschaffen, als unerreichbare Illusion denunzieren.
Auf
diese Denunziation, dass alle
Vernunft Illusion sei, fallen selbst Linke haufenweise herein. Der
Kapitalismus zerstört die positiven
Eigenschaften des Menschen und treibt negative
hervor, ebenso die negativen
gesellschaftlichen Zustände. Und eine unberechenbare Anzahl ökologischer
Schäden wird unreparabel bleiben.
Die
bisherige Geschichte der Menschheit, die
Phase der Klassengesellschaft, ist so unmenschlich, dass
sie nicht die eigentliche menschliche Geschichte sein kann. Die durch diese
viehische Geschichte bis ins tiefste verdorbene Menschheit, wo der
massenhafte
Tod durch Krieg, Hunger und vergiftete Umwelt ohne Unrechtsbewusstsein verursacht wird, kann niemals die eigentliche Geschichte des Menschen
sein, sie kann auch nie als die eigentliche Geschichte
des Menschen schaffen. Die Geschichte wird von Menschen
gemacht, die von der
Geschichte geprägt worden sind. Die eigentliche Geschichte der Menschheit beginnt mit dem Kampf um ECHTE DEMOKRATIE, die
es bis jetzt nicht gibt: einer ALLIANZ aller basisdemokratischen Vereine, Foren und sonstigen
aufklärerisch-humanistischen Initiativen
und Einzelkämpfer, die nicht nur
um die Macht der Straße, sondern
auch, gemeinsam mit der LINKEN, um die absolute Mehrheit im Bundestags ringt, wo als erstes
eine echt demokratische Verfassung durchgesetzt werden muss.“
Sein Vermächtnis sei uns unverbrüchliche
Verpflichtung!
Günter
Rahm
Montag, 21. Mai 2012
Wie der Bürgerkrieg in Jugoslawien angeheizt wurde
(Aus „telegraph“ 2/99, S. 50ff)
Der kanadische Ökonom Michel
Chosudovsky: Die Westmächte haben seit Beginn der 80er Jahre systematisch
mitgeholfen, die jugoslawische Wirtschaft zu vernichten und daraus resultierende
soziale Probleme sowie ethnische Konflikte anzuheizen. Trotz Belgrads politischer
Neutralität und seiner ausgedehnten Handelsbeziehungen zu den USA und der EU nahm
die Reagan-Administratur die jugoslawische Wirtschaft in der Geheimdirektive
von 1984 (National Security Decision Directive NSDD 133) ins Visier.
(Titel: „Die Politik der USA in Bezug
auf Jugoslawien)
ZIELE: Fortgesetzte Anstrengungen
zur Entfachung von „stillen Revolutionen“,
Überwindung der kommunistischen Regierung,
Herstellung einer Abhängigkeit
Jugoslawiens von IWF, Weltbank und
anderen Institutionen des führenden
Industriestaates des Westens,
strategische kriegerische Intervention des
Westens in Jugoslawien,
Destabilisierung
von 1980 bis 1990, Rekolonialisierung nach 1990.
REALISIERUNG der Geheimdirektive:
Seit Beginn der 80er Jahre
diktierten ausländische Kredite weitreichende „Reformen“, die zur Zerstörung
des industriellen Sektors führten und zugleich das Sozialsystem des Landes
erodieren ließen. Damit wurde nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die
Politik in Jugoslawien chaotisiert. Denn die separatistischen Tendenzen, die
sich auf ethnische und soziale Unterschiede stützten, gewannen während der
Phase brutaler Verarmung unter der jugoslawischen Bevölkerung an Gewicht. Die
makroökonomischen Reformen, die kurz vor dem Tod Marschall Titos im Jahre 1980
begannen, hatten politisch und ökonomisch desaströse Auswirkungen: Langsames
Wirtschaftswachstum, das Anwachsen der Auslandsschulden und insbesondere der Zinsbelastung,
begleitet von Inflation, brachten den Lebensstandard
des durchschnittlichen Jugoslawen zu einem erdrutschartigen Absinken. Die
Wirtschaftskrise bedrohte die politische Stabilität. Sie führte auch zu einer
Verstärkung untergründiger ethnischer Spannungen. (Gervasi 1993). Die Wirtschaftsreform erreichte
ihren Höhepunkt unter der US freundlichen Regierung von Ante Marcovic. Ein
„Finanzhilfsprogramm“ versprach im Austausch dafür drastische Wirtschaftsreformen,
die Einführung einer neuen, abgewerteten Währung, Einfrieren der Löhne,
drastische Kürzung der Staatsausgaben und die Abschaffung der selbst verwalteten
vergesellschafteten Betriebe. Diese „Wirtschaftstherapie“ trug zur Lähmung des
Bundesstaates bei. Vor allem die Umschuldungsverträge der staatlichen und
kommerziellen Kredite führten zu politischen
Spannungen zwischen der Hauptstadt Belgrad und den Teilrepubliken. Steuergelder,
die als Ausgleichszahlungen an die Teilrepubliken und die autonomen Provinzen hätten
gehen sollen, dienten zur Schuldentilgung bei den Pariser und Londoner
Finanzclubs. Die vom IWF induzierte Budgetkrise schuf so in wirtschaftlicher
Hinsicht jene Tatsachen, die den Weg für die formale Abspaltung Kroatiens und Sloweniens
im Juni 1991 frei machten. Die industrielle Strukturreform von 1989 war ein
weiterer Meilenstein auf dem Weg des industriellen Sektors in den Bankrott.
1990 war das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
um -7,5% gefallen. !991 fiel es um weiter 15%, die industrielle Produktion sank
um 21%. Die Strukturreform, die von Belgrads Kreditoren diktiert worden war,
hatte die Abschaffung der vergesellschafteten Betriebe zum Ziel. Das
Unternehmensgesetz von 1989 verlangte die Abschaffung der Grundstrukturen
gemeinschaftlicher Arbeit, die eine Form vergesellschafteter
Produktionsgemeinschaften unter der Leitung der Betriebsräte darstellten. Das Gesetz
schrieb die Verwandlung dieser Strukturen in privatkapitalistische Unternehmen
vor. Die Betriebsräte sollten durch sog. „Sozialkomitees“ unter der Kontrolle
des Betriebseigners ersetzt werden. (Nebenbei: Sogar die Sprecherin der
Opposition in Jugoslawien ist für gemischte Eigentumsformen, eine gesunde Mischung
von Staatsbetrieben, Genossenschaften, Privatbetrieben usw., doch so weit geht
das Selbstbestimmungsrecht der Völker nach dem Verständnis der USA nicht!)
Die Restrukturierung der
Wirtschaft wurde mit wesentlicher „Unterstützung“ westlicher Rechtsanwälte und
-berater – durch eine Anzahl neuer Gesetze abgesichert. So trat ein neues
Bankengesetz in Kraft, das die Liquidation der gemeinsamen Banken vorsah. Über
die Hälfte aller jugoslawischen Banken wurde geschlossen, der Druck lag
eindeutig auf der Schaffung profitorientierter Institutionen.
Die von IWF und Weltbank gesponserten
Reformen waren ein Bankrottprogramm, die Kredite an die industriellen Sektoren
wurden eingefroren – der Auflösungsprozess damit beschleunigt. Unternehmer
mussten im Falle einer 45 Tage andauernden Zahlungsunfähigkeit innerhalb von 15
Tagen eine Einigung mit ihren Kreditoren erreichen, sonst wurde der Konkurs
eingeleitet.
Da Regierungsinvestitionen durch
das Gesetz verboten wurden, konnten Kreditoren ihre Kredite routinemäßig als Machtmittel
über die zahlungsunfähigen Unternehmen missbrauchen.
Die Deregulierung des
Außenhandelns im Januar 1990 provozierte eine Flut von Warenimporten aus dem
Ausland, die einheimische Produktion wurde destabilisiert. Der mit geliehenen Geldern
getragene Importboom steigerte den Schuldendruck. Die abrupten Anstiege bei Zinsen
und Einkaufspreisen führten gleichzeitig zum Ausschluss einheimischer Produkte
vom innerjugoslawischen Markt. 1989/90 wurden so über 1ooo Unternehmen in den Bankrott
getrieben oder aufgelöst. Mit anderen Worten, die gesetzlichen Regulierungen
führten innerhalb von zwei Jahren über 600 000 Arbeiter zur Arbeitslosigkeit, und das bei einer nur
2,7 Millionen starken industriellen Arbeiterschaft. Die höchste Zahl von
Bankrotten und neuen Arbeitslosen entfiel auf Serbien, Bosnien, Herzegowina,
Mazedonien und den Kosovo,. (Die Weltbank 1991).
Viele vergesellschaftete Betriebe
versuchten den Bankrott zu vermeiden, indem sie
keine Löhne zahlten. Eine halbe
Million Arbeiter erhielt während der ersten Monate von 1990 keinen Lohn, um die
Forderungen der Kreditoren im Rahmen der Übereinkünfte zu erfüllen, wie es das Gesetz
zur Regelung der Finanzwirtschaft vorsah.
All dies verursachte bei der Bevölkerung
eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit und sozialen Verzweiflung. Die
Oligarchien der Teilrepubliken, die alle von einer „Nationalen Erneuerung“
träumten, hatten die Wahl zwischen Krieg und einem echten jugoslawischen
gemeinsamen Markt plus Hyperinflation. Sie wählten den Krieg. Dieser Krieg
sollte die wahren Ursachen der wirtschaftlichen Katastrophe verbergen.
(Boarov 1992).
Der Ruin eines ganzen Wirtschaftssystems, der
Ausverkauf ganzer Industriezweige, die Gewinnung „neuer Märkte“ und das Gerangel um Einflusssphären auf dem Balkan
sind die wahren Ursachen der Konflikte. Die Reformen und der Krieg in Jugoslawien
sind nur die extremen Spielarten eines destruktiven ökonomischen Modells, das
der Neoliberalismus Ländern der ganzen Welt aufoktroyiert.
Literatur:. Boarov, Dimitrije,
Vreme-Nachrichtendienst Nr. 29 v. 13.4. 1992,
Gervasi, Sean: Deutschland,
die USA und die Krise in Jugoslawien,
Vovert Action
Quarter Nr. 43 Winter 1992/93,
MILS-News 1995:
Mazedonischer Informationsdienst, 11.4.1995
Montag, 9. Januar 2012
Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung ...
Gene S h a r p , US-amerikanischer Politikwissenschaftler:
Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung (www.aeinstein.org, - auch für sein eigenes Volk!) will ein Lehr- buch sein für den gewaltfreien Sturz von Diktaturen. Es habe sich bereits beim Sturz von Diktaturen in Ost- und Mitteleuropa bewährt. Die „serbische Widerstandsbewegung“ habe es beim Sturz von Milosevic benutzt, es wäre bei den Befreiungsbewegungen in Georgien, in der Ukraine, in Kirgisien und Belarus verwendet worden. Auch bei der Vorbereitung der Umwälzungen in der arabischen Welt, in Tunesien und Ägypten sei der Funke dieses kleinen Büchleins auf die Widerstandskämpfer übergesprungen.
Sharps Büchlein enthält in der Tat Hunderte konkreter Anregungen und Beispiele für passiven Widerstand, für die Zersetzung staatlicher Macht, die Zerschlagung von Diktaturen, aber es ist geschrieben aus der Sicht eines arroganten US-amerikanischen Imperialisten, dem offenbar nicht bewusst ist, dass die USA mit ihrem Weltherrschaftsanspruch, ihrer unerhörten Arroganz keineswegs Lehrmeister für wahre Freiheit und Demokratie sein können, ja dass die USA das gewalttätigste Land der Erde sind, wie Martin Luther King mutig feststellte, was ihm allerdings das Leben kostete. Wer die Geschichte der USA kennt, weiß von der unendlichen Kette gewaltsamer Interventionen, Kriege, politischer Morde. Der katholische Bischof Bowman, der noch als US-Bomberpilot selbst über 100 Einsätze gegen das tapfere vietnamesische Volk geflogen hatte, stellte selbstkritisch fest: “Wir selbst, die USA, sind der größte Terrorist dieser Erde! Und der US-Schriftsteller Gore Vidal aus der Kennedy-Familie hat in einem Büchlein konkret die über hundert völkerrechtswidrige Interventionen und Kriege der USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgelistet. Doch die imperialistischen Machthaber in Washington messen mit zweierlei Maß: Wer sich dem Willen der US-Imperatoren widersetzt, ist ein Schurke und muss gewaltsam vernichtet werden. Wer aber Verbrechen und völkerrechtswidrige Kriege im Interesse der US-Machthaber begeht oder unterstützt, der ist ein Guter und wird womöglich mit dem Nobelfriedenspreis ausgezeichnet. Einen demokratischen Präsidenten wie Allende gewaltsam zu stürzen, das ist in „Gottes eigenem Land“ wohlgetan. Dr. Martin Luther umbringen zu lassen, weil er den Vietnamkrieg verurteilte, wird heimlich gutgeheißen. J. F. Kennedy wurde ermordet, weil er die US-Privatbanken verstaatlichen wollte. Hussein im Irak, der noch mit US-Waffen einen Stellvertreterkrieg gegen den verhassten Iran geführt hatte, wurde umgebracht, weil er dass irakische Erdöl nicht mehr gegen Dollar verkaufen wollte, sondern nur noch gegen Euro.
Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung (www.aeinstein.org, - auch für sein eigenes Volk!) will ein Lehr- buch sein für den gewaltfreien Sturz von Diktaturen. Es habe sich bereits beim Sturz von Diktaturen in Ost- und Mitteleuropa bewährt. Die „serbische Widerstandsbewegung“ habe es beim Sturz von Milosevic benutzt, es wäre bei den Befreiungsbewegungen in Georgien, in der Ukraine, in Kirgisien und Belarus verwendet worden. Auch bei der Vorbereitung der Umwälzungen in der arabischen Welt, in Tunesien und Ägypten sei der Funke dieses kleinen Büchleins auf die Widerstandskämpfer übergesprungen.
Sharps Büchlein enthält in der Tat Hunderte konkreter Anregungen und Beispiele für passiven Widerstand, für die Zersetzung staatlicher Macht, die Zerschlagung von Diktaturen, aber es ist geschrieben aus der Sicht eines arroganten US-amerikanischen Imperialisten, dem offenbar nicht bewusst ist, dass die USA mit ihrem Weltherrschaftsanspruch, ihrer unerhörten Arroganz keineswegs Lehrmeister für wahre Freiheit und Demokratie sein können, ja dass die USA das gewalttätigste Land der Erde sind, wie Martin Luther King mutig feststellte, was ihm allerdings das Leben kostete. Wer die Geschichte der USA kennt, weiß von der unendlichen Kette gewaltsamer Interventionen, Kriege, politischer Morde. Der katholische Bischof Bowman, der noch als US-Bomberpilot selbst über 100 Einsätze gegen das tapfere vietnamesische Volk geflogen hatte, stellte selbstkritisch fest: “Wir selbst, die USA, sind der größte Terrorist dieser Erde! Und der US-Schriftsteller Gore Vidal aus der Kennedy-Familie hat in einem Büchlein konkret die über hundert völkerrechtswidrige Interventionen und Kriege der USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgelistet. Doch die imperialistischen Machthaber in Washington messen mit zweierlei Maß: Wer sich dem Willen der US-Imperatoren widersetzt, ist ein Schurke und muss gewaltsam vernichtet werden. Wer aber Verbrechen und völkerrechtswidrige Kriege im Interesse der US-Machthaber begeht oder unterstützt, der ist ein Guter und wird womöglich mit dem Nobelfriedenspreis ausgezeichnet. Einen demokratischen Präsidenten wie Allende gewaltsam zu stürzen, das ist in „Gottes eigenem Land“ wohlgetan. Dr. Martin Luther umbringen zu lassen, weil er den Vietnamkrieg verurteilte, wird heimlich gutgeheißen. J. F. Kennedy wurde ermordet, weil er die US-Privatbanken verstaatlichen wollte. Hussein im Irak, der noch mit US-Waffen einen Stellvertreterkrieg gegen den verhassten Iran geführt hatte, wurde umgebracht, weil er dass irakische Erdöl nicht mehr gegen Dollar verkaufen wollte, sondern nur noch gegen Euro.
Der Mensch ist lernfähig! Warnung eines ehemaligen US-Bombenfliegers, jetzt katholischer Bischof der USA
(Auszug aus einer Predigt von Robert Bowman, ehemaliger Kampfflieger und US-Oberstleutnant mit 101 Kampfeinsätzen in Vietnam)
Wenn wir uns weiterhin über die wahren Hintergründe des Terrorismus täuschen lassen, wird er uns so lange weiter bedrohen, bis wir vernichtet werden. Die Wahrheit ist, dass keine unserer Atomwaffen uns vor dieser Bedrohung schützen kann. Kein Star-War-System, egal wie technisch hoch entwickelt, egal wie viele Milliarden hineingesteckt worden sind, kann uns vor einer Atomwaffe schützen, die in einem Segelboot oder in einer Cessna, in einem Koffer oder in einem Mietwagen ankommt. Das ist eine militärische Tatsache.
Wir sind das Ziel der Terroristen, weil wir gehasst werden, und wir werden gehasst, weil unsere Regierung hassenswerte Taten begangen hat. In wie vielen Ländern haben die Vertreter unserer Regierung Führer, die von der Bevölkerung gewählt waren, abgesetzt und durch Militärdiktaturen ausgetauscht, die nichts anderes als Marionetten sind und bereit waren, ihre eigenen Bürger an amerikanische Großkonzerne zu verkaufen?
Montag, 21. November 2011
Aus „MACHT OHNE HERRSCHAFT“ von ...
Aus „MACHT OHNE HERRSCHAFT“ von Georg Knepler
Die nächsten Schritte (S. 87 ff.)
Das Ziel ist laut Marx: eine Assoziation freier Produzenten. Doch Gleichberechtigung ohne Macht ist nur im Kreis von Familien durchsetzbar. Im Staat ist Macht ohne Herrschaft nur dann möglich, wenn diejenigen, die sie wollen, die Macht im Staat wirklich haben, also bei wahrer Demokratie. Die Macht des Volkes, also die Macht aller gemeinnützig Tätigen, ist die einzige denkbare Form von Macht ohne Herrschaft, dass niemand des anderen Herr oder Knecht ist. Genau das wird seit 1959 in Kuba, seit 1992 in China, seit 1999 in Russland, seit 2002 in Venezuela, seit 2006 in Bolivien versucht.
Die dabei angewandten Methoden sind völlig von einander verschieden. In Kuba spielen politische Parteien keine Rolle im Konzept der Landesführung in China ist die Kommunistische Partei im Staat führend, die Hauptproduktionsmittel sind in Händen der Gesellschaft. In Russland gibt es viele Parteien, aber die Regierung führt durch, was sie für richtig hält, ohne die Parteien zu behindern oder zu verbieten (mit Ausnahme der faschistischen). In Venezuela versuchen Präsident und Regierung in einem kapitalistischen Land nichtkapitalistische Grundsätze durchzusetzen. Diese vier Länder sind bis jetzt erfolgreich. Kuba hat kapitalistische Länder auf den Gebieten Bildung und Gesundheit weit überholt und arbeitet mit Venezuela, Kanada und südamerikanischen Ländern sowie mit China eng zusammen.
China hat den Hunger auch in den von der Industrialisierung nicht erfassten Regionen und unter Arbeitslosen abgeschafft und während der letzten acht Jahre – als einziges Land der Welt ständig hohe Zuwachsraten erreicht. Venezuela hat die Armen und Linken des Landes – es wird geschätzt, dass sie 80 % der Bevölkerung ausmachen – davon überzeugt sind, dass sie gar nicht so machtlos sind, wie sie befürchtet hatten, und hat auch in Brasilien, Ecuador und Bolivien Ereignisse ausgelöst, die vor kurzem unmöglich schienen.
Montag, 18. Juli 2011
Aus „Empört euch!“ ...
Aus „Empört euch!“ von Stephane Hessel, einem 93-jährigen deutsch-französischen Resistance – Kämpfer und ehemaligen Buchenwald – Häftling „Wir alle sind aufgerufen, unsere Gesellschaft so zu bewahren, dass wir stolz auf sie sein können: nicht diese Gesellschaft der in die Illegalität Gedrängten, des Misstrauens gegen Zuwanderer, in der Sicherung des Alters, die Leistungen der Sozialversicherung brüchig geworden sind, in der die Reichen die Medien beherrschen – nichts davon hätten wir zugelassen, wenn wir uns dem Vermächtnis des nationalen Widerstandes wirklich verpflichtet gefühlt hätten.
1945, als das grauenhafte Drama beendet war, setzten die im Nationalen Widerstand vereinigten Kräfte eine Erneuerung ohnegleichen ins Werk. Damals wurde das System der sozialen Sicherheit geschaffen, wie es die Resistanz in ihrem Programm vorgestellt hatte: „Ein vollständiger Plan sozialer Sicherheit mit dem Ziel, allen Bürgern, denen dies nicht durch eigene Arbeit möglich ist, die Existenzgrundlage zu gewährleisten, einen Ruhestand, der den Arbeitnehmern ein Alter in Würde gestattet“. Die Energieversorgung, Strom und Gas, der Kohlebergbau, die Großbanken sollten verstaatlicht werden. In diesem Sinne forderte das Programm die Rückgabe der großen monopolisierten Produktionsmittel, der Früchte gemeinsamer Arbeit, der Energiequellen, der Bodenschätze, der Versicherungsgesellschaften und der Großbanken an die Nation, die Errichtung einer echten wirtschaftlichen und sozialen Demokratie unter Ausschaltung des Einflusses der großen im Wirtschafts- und Finanzbereich bestehenden privaten Erbschaftsdomänen auf die Gestaltung der Wirtschaft. Das Gemeinwohl sollte über dem Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung des in der Arbeitswelt geschaffenen Wohlstandes über der Macht des Geldes. Eine rationelle Wirtschaftsverfassung, in der die Individualinteressen dem Allgemeininteresse untergeordnet sind, ohne Diktatur der Sachzwänge nach dem Vorbild faschistischer Staaten - dies als Auftrag an die provisorische Regierung der Republik.
Eine echte Demokratie braucht eine unabhängige Presse. Die Resistanz wusste es, forderte sie, trat ein für „die Freiheit der Presse, ihre Ehre und ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Staat, der Macht des Geldes und den Einflüssen aus dem Ausland. Das wurde bereits 1944 in den Presseverordnungen umgesetzt. Und genau dies ist heute in Frage gestellt.
Die Resistanz forderte, dass alle französischen Kinder die effektive Möglichkeit haben sollen, die bestmögliche Erziehung zu haben, ohne Diskriminierung. Die 2008 vorgeschlagenen Reformen sind nicht damit ein Einklang zu bringen. Jungen Lehrerinnen und Lehrer, die sich –was ich unterstütze –weigerten, diese Reformen umzusetzen, wurden zur Strafe die Gehälter gekürzt. Sie haben sich aufgelehnt, den Gehorsam zu verweigern, weil sie diese Reformen nicht im Einklang mit dem Ideal der republikanischen Schule sahen, die zu sehr einer Gesellschaft des Geldes dient und nicht genügend Raum für Kreativität und kritisches Denken gibt. Dieses gesamte Fundament der sozialen Errungenschaften der Resistanz ist heute in Frage gestellt.
Man wagt uns zu sagen, der Staat könne die Kosten dieser sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Aber wie kann heute das Geld fehlen, da doch der Wohlstand so viel größer ist als zur Zeit der Befreiung, als Europa in Trümmern lag? Doch nur deshalb, weil die Macht des Geldes – die so sehr von der Resistanz bekämpft wurde – niemals so groß, so anmaßend, so egoistisch war wie heute, mit Lobbyisten bis in die höchsten Ränge des Staates. In vielen Schaltstellen der wieder privatisierten Geldinstitute sitzen Bonibanker und Gewinnmaximierer, die sich keinen Deut ums Gemeinwohl scheren. Noch nie war der Abstand zwischen den Ärmsten und den Reichsten so groß. Noch nie war der Tanz um das goldene Kalb – Geld, Konkurrenz – so entfesselt.
Das Grundmotiv der Resistanz war die Empörung. Wir, die Veteranen der Widerstandsbewegungen und der Kampfgruppen des Freien Frankreich, rufen die Jugend auf, das geistige und moralische Erbe der Resistanz, ihre Ideale mit neuem Leben zu erfüllen und weiterzugeben. Mischt euch ein, empört euch! Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Intellektuellen, die ganze Gesellschaft dürfen sich nicht kleinmachen lassen von der internationalen Diktatur der Finanzmärkte, die es so weit gebracht hat, Frieden und Demokratie zu gefährden.
Ich wünsche allen, jedem Einzelnen von euch einen Grund zur Empörung. Das ist kostbar. Wenn man sich über etwas empört, wie mich der Naziwahn empört hat, wird man aktiv, stark und engagiert. Man verbindet sich mit dem Strom der Geschichte, und der große Strom der Geschichte nimmt seinen Lauf dank dem Engagement der vielen – zu mehr Gerechtigkeit und Freiheit, wenn auch nicht zur schrankenlosen Freiheit des Fuchses im Hühnerstall. Die in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (zutreffender „Universellen Erklärung der Menschenrechte“) von 1948 niedergelegten Rechte, sind universell. Wann immer sie jemandem vorenthalten werden, und ihr merkt es: Nehmt Anteil, helft ihm, in den Schutz dieser Rechte zu gelangen!“
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