Freitag, 21. Oktober 2011

Die Zeit ist reif für die Vollendung der Wende!

Die Zeit ist reif für die Vollendung der Wende!      (Quedlinburg, I7.10.11)

Die friedliche Wende von 1989, die wir vor allem den Leipzigern verdanken, brachte uns demokratische Wahlen, volle Geschäfte, Kaufhäuser, Autos in Hülle und Fülle, Bananen, Ananas und Apfelsinen, ein tolles Straßennetz und freundlichere, farbenfrohe Städte, aber keine wahre Demokratie, keine soziale Gerechtigkeit, keine ökologische Vernunft, kein solidarisches, friedliches Miteinander der Völker und Kulturen.
Die Diktatur einer oligarchischen Altherrenriege wurde abgelöst durch die mühsam verschleierte Diktatur des Großkapitals, die Vereinnahmung der DDR zugunsten der Konzerne u. Großbanken, zum Schaden des deutschen Volkes. Auf Initiative des mutigen und standhaften „Wendepfarrers" Christian Führer der Nikolaikirche wurde 2009 in Leipzig die STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION ins Leben gerufen, deren Ziel die Vollendung der Wende ist, die durch Kohl / CDU im Interesse der Großbanken und Konzerne, auf Kosten des deutschen Volkes in Ost und West in eine sorgsam verschleierte Diktatur des Großkapitals umgemogelt wurde. Die „Nibelungentreue" zum US-Imperialismus, dem größten Terroristen dieser Erde, Demokratie- und Sozialabbau, die verschämte Unterstützunglügen verschleierter Aggressionskriege der NATO-Staaten, die „Rettung“ der Großbanken mit Steuergeldern der Völker, die zunehmende Bespitzelung oppositioneller Kräfte und Gewalt gegen Antifaschisten und die heimliche Sympathie des Kapitals für Neonazis sprechen Bände. Doch am meisten haben unter dem „Neoliberalismus", der in Wirklichkeit neokolonialer Imperialismus ist, die Milliarden Menschen armer Länder zu leiden. Am vergangenen Wochenende fanden in 95o bis 13oo Städten weltweit, ohne einheitliches Kommando Massendemonstrationen statt, die sich gegen denselben Skandal empörten, die gemeingefährliche Macht des Geldes, der Großbanken, des Finanzkapitals.
Die STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION LEIPZIG bereitet für Anfang 2012 einen RUNDEN TISCH vor, an dem alle demokratischen Vereinigung und Persönlichkeiten gleichberechtigt teilnehmen können, die dem Grundkonsens der Stiftung zustimmen: WIR (99%!) SIND DAS VOLK! (Durchsetzung wahrer Volkssouveränität, deren wichtigste Merkmale Volksentscheide auf Bundesebene über die wichtigsten gesellschaftlichen Probleme, eine gesamtdeutsche Verfassung gemäß § 146 des GG und ein demokratischeres Wahlgesetz sind), SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN (konsequente Friedens- und Abrüstungspolitik), eine HUMANISTISCHE WIRTSCHAFT (Steuer- und Verteilungsgerechtigkeit), KULTURELLE VIELFALT (humanistische Toleranz im Sinne Lessing: „Es eifre von uns jeder um die Wette seiner unbestochnen, von Vorurteilen freien Liebe nach, um die Echtheit seines Ringes nachzuweisen!", ZIVILCOURAGE (nicht nur Forderung nach Menschenrechten, fair entlohnter Arbeit für alle, sondern auch die moralische Pflicht für jeden Bürger, nach seinen Kräften gesellschaftlich mitzudenken und aktiv zu werden, denn: „Kein Mensch besteht für sich allein, wir ALLE müssen hilfreich sein!“ (Goethe)
Informieren Sie sich im Internet unter www.zukunftdenken.blogspot.com über die weitere Entwicklung der Bewegung „GLOBALISIERUNG VON UNTEN!", die Ihnen Handlungsangebote und weitere wichtige Informationen übermittelt. Gründen Sie in Ihrer Region einen RUNDEN TISCH für alle Demokraten, die im Sinne der STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION mitmachen wollen!
Günter Rahm, humanistischer Essentialist u. „Zukunftsforscher“


Freitag, 2. September 2011

Gotthold Ephraim Lessing, hochaktuell!

Ein lieber Gruß eines 84-jährigen Sachsen an Kamenz und seine Gäste
Gotthold Ephraim Lessing, hochaktuell!
Ich war ein kleiner Nazi, der sich in seiner Verblendung 1943 noch freiwillig zu den Gebirgsjägern meldete, um mein Vaterland und meine erzgebirgische Heimat zu verteidigen. Doch allmählich wurde mir während meiner dreieinhalbjährigen Gefangenschaft in der ägyptischen Wüste bewusst, dass ich nicht für mein Vaterland und meine liebe Heimat meinen Kopf hingehalten hatte, sondern für dass Vaterland der Reichen, der Großbanken und Rüstungskonzerne, die sich wieder einmal auf Kosten des Volkes maßlos bereichern wollten. Nach 1945 war einer großen Mehrheit in Deutschland klar geworden, dass der Hauptschuldige am Krieg wieder das Großkapital war, welches Hitler finanziert hatte und dem Volk die Drecksarbeit fürs Großkapital machen ließ.
Ich bin ein großer Verehrer von Lessing, dessen Bücher in der Nazizeit verbrannt wurden. Dem Deutschen Roten Kreuz der Schweiz verdanke ich, dass ich während meiner Gefangenschaft in Ägypten Lessings „Nathan“ in die Hände bekam. Erst durch dessen Lektüre begann ich ein Mensch zu werden. „Ich weiß, dass alle Länder gute Menschen tragen!“ Wir hatten uns großartig mit den armen muslimischen Arabern verstanden.
Doch am meisten beeindruckte mich Lessings „Ringparabel“, deren tiefen Sinn offenbar selbst viele gute Christen nicht richtig verstanden haben. Den drei streitenden  Söhnen, welche Christentum, Islam und Judentum symbolisieren, gibt der Richter (Lessing) den guten Rat: „Es eifre von euch jeder um die Wette, die Echtheit seines Rings an Tag zu legen!“ Was heißt das anders, als dass nicht entscheidend ist, zu welcher Religion sich jemand bekennt, sondern ob er human denkt und handelt wie der weise Nathan, der ein dem sicheren Tod geweihtes Christenkind rettet, es ab er nicht in seinem jüdischen Glauben aufzieht, sondern einfach zur Humanität.
In Lessings Letztschrift „Erziehung des Menschengeschlechts“ bringt er seine Erkenntnis aus dem Studium der Weltreligionen noch deutlicher zum Ausdruck, nämlich seine Überzeugung, dass die Menschen das Gute tun werden, weil es das Gute ist, nicht weil willkürlich Lohn und Strafe darauf gesetzt sind, durch Himmel und Hölle wie in den Religionen. In seinem Briefwechsel mit seinem Freund Johann Gottfried Herder bekennt Lessing seine Überzeugung, dass der Mensch nur durch seine guten Taten weiterleben kann, als nachahmenswertes Beispiel für seine Nachgeborenen.
Ich kenne viele gute, rechtschaffenen Christen, die in ihrer Verblendung CDU wählen, ohne zu begreifen, dass sie damit nicht im Sinne der Weihnachtsbotschaft und Jesu handeln, sondern Gott Mammon dienen, das GOLDENE KALB anbeten. Denn die CDU ist weder eine christliche, noch eine wahrhaft demokratische, noch eine Volkspartei.
Der rechtschaffene, mutige Pfarrer Christian Führer von der Nikolaikirche in Leipzig brachte es bereits 1995 in der Berliner Zeitung, die damals noch nicht von einem Medienkonzern vereinnahmt war, auf den Punkt: „Eigentlich steht der zweite Teil der Wende noch aus. Die Diktatur einer Partei - natürlich der SED - wurde abgelöst durch die Diktatur des Kapitals. Die ungerechte Verteilung der Arbeit in diesem reichen Land ist ein Skandal. Und so wird täglich gegen das ERSTE GEBOT verstoßen. Und diese Politik wird vertreten durch eine Partei, die sich christlich nennt, womit er natürlich die CDU meint. 2009 wurde auf Initiative von Christian Führer in Leipzig die STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION (www:stiftung-fr.de) gegründet, der neben dem Bürgermeister von Leipzig auch Friedrich Schorlemmer angehören, deren Stiftungsmitglied auch ich bin.
Deren Forderungen lauten: SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN! KEINE GEWALT! WIR SIND DAS VOLK! - KULTURELLE VIELFALT! – ZIVILCOURAGE!  EINE DEM GEMEINWOHL DIENENDE WIRTSCHAFT! OFFEN FÜR ALLE!
In diesen Forderungen feiert der wahre Geist Lessings seine Auferstehung.

Montag, 18. Juli 2011

Aus „Empört euch!“ ...

Aus „Empört euch!“ von Stephane Hessel, einem 93-jährigen deutsch-französischen Resistance – Kämpfer und ehemaligen  Buchenwald – Häftling „Wir alle sind aufgerufen, unsere Gesellschaft so zu bewahren, dass wir stolz auf sie sein können: nicht diese Gesellschaft der in die Illegalität Gedrängten, des Misstrauens gegen Zuwanderer, in der Sicherung des Alters, die Leistungen der Sozialversicherung brüchig geworden sind, in der die Reichen die Medien beherrschen – nichts davon hätten wir zugelassen, wenn wir uns dem Vermächtnis des nationalen Widerstandes wirklich verpflichtet gefühlt hätten.
1945, als das grauenhafte Drama beendet war, setzten die im Nationalen Widerstand vereinigten Kräfte eine Erneuerung ohnegleichen ins Werk. Damals wurde das System der sozialen Sicherheit geschaffen, wie es die Resistanz in ihrem Programm vorgestellt hatte: „Ein vollständiger Plan sozialer Sicherheit mit dem Ziel, allen Bürgern, denen dies nicht durch eigene Arbeit möglich ist, die Existenzgrundlage zu gewährleisten, einen Ruhestand, der den Arbeitnehmern ein Alter in Würde gestattet“. Die Energieversorgung, Strom und Gas, der Kohlebergbau, die Großbanken sollten verstaatlicht  werden. In diesem Sinne forderte das Programm die Rückgabe der großen monopolisierten Produktionsmittel, der Früchte gemeinsamer Arbeit, der Energiequellen, der Bodenschätze, der Versicherungsgesellschaften und der Großbanken an die Nation, die Errichtung einer echten wirtschaftlichen und sozialen Demokratie unter Ausschaltung des Einflusses der großen im Wirtschafts- und Finanzbereich bestehenden privaten Erbschaftsdomänen auf die Gestaltung der Wirtschaft. Das Gemeinwohl sollte über dem Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung des in der Arbeitswelt geschaffenen Wohlstandes über der Macht des Geldes. Eine rationelle Wirtschaftsverfassung, in der die Individualinteressen dem Allgemeininteresse untergeordnet sind, ohne Diktatur der Sachzwänge nach dem Vorbild faschistischer Staaten - dies als Auftrag an die provisorische Regierung der Republik.
Eine echte Demokratie braucht eine unabhängige Presse. Die Resistanz wusste es, forderte sie, trat ein für „die Freiheit der Presse, ihre Ehre und ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Staat, der Macht des Geldes und den Einflüssen aus dem Ausland. Das wurde bereits 1944 in den Presseverordnungen umgesetzt. Und genau dies ist heute in Frage gestellt.
Die Resistanz forderte, dass alle französischen Kinder die effektive Möglichkeit haben sollen, die bestmögliche Erziehung zu haben, ohne Diskriminierung. Die 2008 vorgeschlagenen Reformen sind nicht damit ein Einklang zu bringen. Jungen Lehrerinnen und Lehrer, die sich –was ich unterstütze –weigerten, diese Reformen umzusetzen, wurden zur Strafe die Gehälter gekürzt. Sie haben sich aufgelehnt, den Gehorsam zu verweigern, weil sie diese Reformen nicht im Einklang mit dem Ideal der republikanischen Schule sahen, die zu sehr einer Gesellschaft des Geldes dient und nicht genügend Raum für Kreativität und kritisches Denken gibt. Dieses gesamte Fundament der sozialen Errungenschaften der Resistanz ist heute in Frage gestellt.
Man wagt uns zu sagen, der Staat könne die Kosten dieser sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Aber wie kann heute das Geld fehlen, da doch der Wohlstand so viel größer ist als zur Zeit der Befreiung, als Europa in Trümmern lag? Doch nur deshalb, weil die Macht des Geldes – die so sehr von der Resistanz bekämpft wurde – niemals so groß, so anmaßend, so egoistisch war wie heute, mit Lobbyisten bis in die höchsten Ränge des Staates. In vielen Schaltstellen der wieder privatisierten Geldinstitute sitzen Bonibanker und Gewinnmaximierer, die sich keinen Deut ums Gemeinwohl scheren. Noch nie war der Abstand zwischen den Ärmsten und den Reichsten so groß. Noch nie war der Tanz um das goldene Kalb – Geld, Konkurrenz – so entfesselt.
Das Grundmotiv der Resistanz war die Empörung. Wir, die Veteranen der Widerstandsbewegungen und der Kampfgruppen des Freien Frankreich, rufen die Jugend auf, das geistige und moralische Erbe der Resistanz, ihre Ideale mit neuem Leben zu erfüllen  und weiterzugeben. Mischt euch ein, empört euch! Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Intellektuellen, die ganze Gesellschaft dürfen sich nicht kleinmachen lassen von der internationalen Diktatur der Finanzmärkte, die es so weit gebracht hat, Frieden und Demokratie zu gefährden.
Ich wünsche allen, jedem Einzelnen von euch einen Grund zur Empörung. Das ist kostbar. Wenn man sich über etwas empört, wie mich der Naziwahn empört hat, wird man aktiv, stark und engagiert. Man verbindet sich mit dem Strom der Geschichte, und der große Strom der Geschichte nimmt seinen Lauf dank dem Engagement der vielen – zu mehr Gerechtigkeit und Freiheit, wenn auch nicht zur schrankenlosen Freiheit des Fuchses im Hühnerstall. Die in der „Allgemeinen Erklärung der  Menschenrechte“ (zutreffender „Universellen Erklärung der Menschenrechte“) von 1948 niedergelegten Rechte, sind universell. Wann immer sie jemandem vorenthalten werden, und ihr merkt es: Nehmt Anteil, helft ihm, in den Schutz dieser Rechte zu gelangen!“

Montag, 23. Mai 2011

Sind wir unseres Glückes Schmied?

Mit anderen Worten: Hat es jeder selbst in der Hand, ob es ihm gelingt, die „Hütte seines Glücks“, (Heine), auf unserer schönen Erde aus eigener Kraft zu erbauen?
Der Zukunftsforscher Matthias Horx kommt in seinem „Buch des Wandels – Wie Menschen Zukunft gestalten“ zu dem Ergebnis (siehe seine „Lebenskarte“), dass das Schicksal jedes Menschen durch eine gute Kindheit, eine gute, fördernde Schule, außerfamiliäre Unterstützung, der Ausbildung seines persönlichen Talents und seinen Lebensbeziehungen zu stützenden Freunden und Institutionen abhängt. Klinge das nicht überzeugend?
Und dennoch hat er, aus welchem Grund auch immer, das Allerwesentlichste ausgeklammert: die gesellschaftlichen Verhältnisse, von denen wesentlich unser Schicksal bestimmt wird.
Schon Goethe kam in hohem Alter zu der Erkenntnis: „Die Politik ist unser Schicksal“. Er hatte erkannt, dass auch sein Leben maßgeblich von den politischen Verhältnissen seiner Zeit beeinflusst und eingeschränkt wurde. Viele seiner guten, vernünftigen Absichten als Minister am Weimarer Hof konnte er nicht durchsetzen, was sicher auch ein Grund für seine Flucht nach Italien war. Als junger Minister wurde er z. B. „moralisch“ gezwungen, das Todesurteil für eine angebliche Kindesmörderin zu befürworten, was zeitlebens sein humanes Gewissen belastete, was auch im Faust in der Gestalt Gretchen seinen literarischen Niederschlag fand.
Als ich letzthin auf Anregung meiner Tochter eine Art Familienchronik schrieb, dabei auch mein über achtzigjähriges Leben überdachte, wurde mir bewusst, wie das Leben aller Familienmitglieder unwillentlich durch die politischen Verhältnisse geprägt wurden. Obwohl ich nie boshaft in meinem Leben gewesen bin, habe ich viele unverzeihliche Dummheiten begangen, die letztlich in den gesellschaftlichen Verhältnissen meiner Zeit ihre Ursache hatten, aber auch in der kaiserlich-untertänigen militaristischen Erziehung meiner Großeltern und Eltern. Mein eigenes Leben wurde geprägt durch die Wirtschaftskrise, Faschismus und Krieg, Gefangenschaft, die Zeit des Stalinismus und der DDR, der Wende und der folgenden kapitalistischen Konterrevolution.

„Du Philosoph und du Prolet – schließt einen Bund!“ (Johann Gottfried Herder)

Diese Forderung des viel zu wenig beachteten deutschen Aufklärer und Inspirator der deutschen Klassik ist hoch aktuell.
Herder, der den jungen Goethe in Straßburg für den Fortschrittsgedanken in Natur und Gesellschaft begeisterte, hatte sich ja selbst als einfacher Mann des Volkes durch unermüdlichen Fleiß zu einem bedeutenden Philosophen und fortschrittlichen Geistlichen hochgearbeitet. Unter “Proleten“ verstand er das Volk, das durch rechtschaffene  Arbeit sich seinen Unterhalt verdient. Und mit „Philosophen“ meinte er sicher all die Geistesgrößen, die wie er durch Fleiß und Beharrlichkeit sich für „mehr Humanität“ einsetzten. Denn echter Fortschritt war für ihn nur, was die „Lebensqualität“ des Volkes hob, wie wir heute sagen würden.
Wahre Demokratie, nämlich Volkssouveränität, ist ohne ein festes Bündnis zwischen der großen Masse des Volkes und seinen Klügsten, Rechtschaffensten nicht denkbar. Doch wie diesen Bund zwischen Volk und humanistischen Vordenkern dauerhaft gestalten, aber dennoch dem Volk die letzte Entscheidung über gesellschaftliche Grundfragen belassen? Seit vielen Jahren kämpft der Verein „Mehr Demokratie“ um die Politische Durchsetzung von VOLKSENTSCHEIDEN, vor allem auch auf höchster Ebene, aber vergebens. Unsere bürgerlichen Scheindemokraten werden niemals zulassen, dass Volksentscheide auch auf höchster Ebene zugelassen werden, weil das unweigerlich den Untergang der verlogenen „Bimbes-Demokratie“ bedeuten würde. Erst wenn das Volk durch eine Zwei-Drittel-Volksmehrheit dauerhaft parlamentarische Gesetzesmacht erlangt hat, sind Volksentscheide auch auf höchster Ebene möglich. Doch weder der Verein „Mehr Demokratie“ noch die Frauen-, Anti-Atom-Bewegung, noch die Friedens-, Sozial- und antifaschistische Bewegung werden ihre humanistischen Ziele erreichen, solange sie sich nicht mehr auseinander dividieren lassen, sondern sich zu einer mächtigen Volksbewegung lose vernetzen, aus der eine wahre VOLKSPARTEI hervorwachsen kann und würde, welche im fairen Wettstreit mit der Linken eine Volkskoalition bildet, aber auch wahre, unbestochene Demokraten der SPD und der Grünen gewinnt. Eine bessere Möglichkeit, als sich unter dem Dach der Stiftung FRIEDLICHE REVOLUTION lose zu vernetzen, kenne ich nicht. Solange es eine solche Bürgerbewegung, vereint durch den Grundkonsens der Stiftung, nicht gibt, bleiben all die vielen guten realistischen Ideen bezüglich einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft eine Milchmädchenrechnung. Erst dann werden Volksentscheide auf höchster Ebene möglich, denen allerdings eine gründliche Volksaufklärung durch rechtschaffene Experten über das Für und Wider einer Sache vorausgehen müssen.

„Nur das Gesetz kann uns die Freiheit geben!“ (J. W. G o e t h e )

Eine wichtige Erkenntnis, aber leider nur eine Halbwahrheit. Es stimmt zwar, dass das Zusammenleben einer menschlichen Gemeinschaft nur auf der Basis von Gesetzen möglich ist, nämlich Regeln, an die sich jeder zu halten hat, um ein friedliches und gerechtes Miteinander aller zu ermöglichen, wie es beispielhaft in der Straßenverkehrsordnung bereits so trefflich, klug, präzise, allgemeinverbindlich und verständlich geregelt ist.
Aber leider leben wir noch in einer Zeit, in der eine kleine Minderheit Superreicher, die sich zudem noch für klüger hält als das Volk, die Gesetze macht, die in erster Linie im Interesse einer Minderheit Privilegierter sind, deren Reichtum durch Zins und Zinseszins täglich exponentiell anwächst, während in gleichem Maße die Armut der übergroße Mehrheit zunimmt.
Und das geschieht mit der strukturellen Gewalt bürgerlicher Gesetze, die notfalls mit bürgerlicher Staats-, Finanz- und Militärmacht durchgesetzt werden. Während aber in Deutschland z. B. die HARTZ-IV-Gesetze wenigstens noch formal demokratisch durchgesetzt wurden, sind die Machenschaften der neoliberalen Globalisierer, wie
sich die neokolonialen Imperialisten beschönigend nennen, nicht demokratisch legitimieret. Das internationale Finanzkapitals hat die Gesetzesschranken, mit denen sich die Nationen schützten, schlau niedergerissen, wenn diese nationalen Gesetze ihrem Streben nach Höchstprofiten und neuen Absatzmärkten im Wege standen. Das klingt zwar sehr „marxistisch“, aber wer sagt denn, dass Marx, was seine Kapitalismusanalyse betrifft, geirrt hat?
Wir brauchen eine friedliche Revolution, durch welche das Volk GESETZESMACHT erlangt. Erst dann sind wahre Demokratie, nämlich Volkssouveränität, Frieden, Gerechtigkeit und ökologische Vernunft durchsetzbar.
Doch wer gehört zum Volk? Der US-amerikanische Historiker Edward Zinn stellt in seinem Buch „Eine Geschichte des amerikanischen Volkes“ fest, dass nach seinen Ermittlungen 99 % aller Amerikaner zum VOLK gehören, die von einem Prozent
Überprivilegierter beherrscht werden. 
Werden sich diese 99 % ewig für dumm verkaufen lassen? Wie sagte Abraham Lincoln: „Man kann ein Volk betrügen, man kann es mehrmals, aber nicht auf ewig betrügen!“ Wurde er wegen dieser Klugheit umgebracht? (J.F. Kennedy wurde umgebracht, weil er per Gesetz die Privatbanken in Staatsbanken zurückverwandeln wollte, Hussein, weil er dass irakische Erdöl nicht mehr gegen Dollar, sondern nur noch gegen Euro verkaufen wollte. Und der Iran wird durch die US-Imperialisten mit Krieg bedroht, weil die iranische Regierung beschlossen hat, iranische Waren nicht mehr gegen US-Dollar zu verkaufen.)  
Jedes Volk ist für sich selbst  verantwortlich: „Global denken, lokal handeln!“ lautet die Parole. Die Wahlen 2013 sind eine vortreffliche Gelegenheit, in Deutschland legaldemokratisch Gesetzesmacht des Volkes durch eine große Stimmenmehrheit zu erringen. Doch werden die 97 % Parteilosen schon so klug sein, ihre wahren Interessenvertreter zu wählen, nicht durch Wahlverzicht ihre Stimme an ihre politischen Gegner zu verschenken bzw. die scheinchristliche, scheindemokratische und volksfeindliche CDU zu wählen?

Dienstag, 3. Mai 2011

Global denken – LOKAL HANDELN

Wir leben in einer pluralistisch-bunten Welt, durch die aber ein Riss geht, der scheinbar unversöhnliche Widerspruch zwischen den unersättlichen, lebensfeindlichen Profitinteressen einer kleinen, superreicher Minderheit neokolonialer Imperialisten, die aus dem Goldenen Käfig ihrer Sachzwänge „befreit“ werden müssen, wie auch die sozialistischen Diktatoren von ihrem Alleinvertretungsanspruch „befreit“ werden mussten und müssen, wozu sie selbst nicht in der Lage sind wie alle Diktatoren, die nicht begreifen, dass es zu wahrer Demokratie, nämlich VOLKSSOUVERÄNITÄT, keine Alternative gibt. Das HISTORISCHE SUBJEKT der Zukunft  ist nicht das Proletariat allein, sondern das Volk, sind die Völker.
Doch wer gehört zum Volk? Das erste Hauptziel ist eine ständig wachsende VOLKSMACHT, eine mächtige VOLKSBEWEGUNG aller wahren Demokraten, die sich lose um einen Kristallisationskern aufrechter demokratischer Vorkämpfer vernetzen, ohne ihre eigene Identität aufgeben zu müssen. Ein solches Dach bietet in Deutschland die Stiftung FRIEDLICHE REVOLUTION Leipzig mit ihrem unveräußerlichen Grundkonsens,  dem alle wahren Demokraten zustimmen können: konsequente Friedenspolitik, Gewaltlosigkeit, Ringen um wahre Demokratie, nämlich Volkssouveränität, eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag, kulturelle Vielfalt, offen für alle, die eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft wollen und auf diese Weise den zweiten Teil der Wende von 1989 einfordern. Die Stiftung ist überparteilich, aber parteiisch im Sinne der Grundinteressen des Volkes, der Völker. Das setzt eine Überwindung der gegenwärtigen volksfeindlichen Diktatur des Kapitals über die Politik voraus, dessen Politik durch die CDU/CSU vertreten wird, die nicht Jesus, sondern das Goldene Kalb, Gott Mammon anbeten und die „Wechsler und Wucherer“, die Jesus aus dem Tempel vertrieben hat.
Wir dürfen die Politik, die unser aller Schicksal maßgeblich bestimmt, nicht mehr denen da oben überlassen, welche insgeheim das Volk für zu dumm halten, über wesentliche gesellschaftliche Grundfragen sachkundig entscheiden zu können. Doch kein Mensch, auch nicht der allerklügste, kann über alle Probleme sachkundig entscheiden. Deshalb brauchen wir eine Kompetenzdemokratie, wie sie z. B. Prof. Dr. Johannes Heinrichs in seinem epochalen Werk „Revolution der Demokratie“ konzipiert hat, und Volksentscheide auf höchster Ebene, denen eine gründliche Volksaufklärung des Volkes über das Für und Wider einer Sache vorausgehen muss. Vernetzen wir uns lose durch Doppel- und Mehrfaschmitgliedschaften mit der STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION in Leipzig! Bilden wir einen Klub humanistischer Vordenker, in den alle Mitglieder und Sympathisanten der Stiftung ihre Kompetentesten für Wirtschaft, Politik, Kultur und humanistische Grundwerte delegieren können bzw. in einen Konvent zur Vorbereitung einer gesamtdeutschen Verfassung und eines demokratischeren Wahlgesetzes.