Montag, 9. Januar 2012

„WIR SIND DASS VOLK!“

„WIR SIND DASS VOLK!“
lautet eine Grundthese der  STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION LEIPZIG. Doch wer gehört  zum Volk? Neoliberale Globalisierer, deren Hauptziel Maximalprofit ist,  wollen uns einreden, dass sie  auch zum Volk gehörten.  Doch zum Volk gehören nach humanistischer Auffassung nur alle Gemeinnützigen.
Die Begriffe VOLK und BEVÖLKERUNG sind nicht identisch. Das sprachwissenschaftliche Wörterbuch belehrt uns, dass das Wort VOLK von FOLGEN, GEFOLGE  abgeleitet ist. Das Volk war bisher letztlich seinen Herren untertan. Trotz bürgerlicher Scheindemokratie ist nicht das Volk der wesentliche Bestimmer, sondern das Kapital, die Superreichen. Das Volk war und ist seinen Herren untertan, musste Frondienste und Kriegsdienste leisten bzw. seine „Ware Arbeitskraft“ verkaufen und als kleiner und mittlerer Unternehmer ums Überleben gegenüber den wirtschaftlich und finanziell Stärksten kämpfen. Das Volk war und ist seinen Herren untertan, musste und muss diesen Frondienste und Kriegsdienste leisten bzw., seine „Ware Arbeitkraft“ verkaufen, deren Willen ausführen. bzw. sich selbst ausbeuten, um im Konkurrenzkampf nicht unterzugehen. Zwar leben wir heute nicht mehr in der Zeit der Feudalherren, aber trotz angeblich freiheitlich-demokratischer Grundordnung hat sich in verschleierter Form die Herrschaft einer kleinen Minderheit Superreicher über die große Mehrheit erhalten. Denn wer die wirtschaftliche militärische Macht und die Gesetzesmacht hat, der besitzt auch die politische Macht, solange die Völker dieses Unrecht dulden. Frei sein kann nur, wer wirtschaftlich und politisch unabhängig ist.
Der Pfarrer Christian Führer von der Nikolaikirche in Leipzig brachte diese Tatsache bereits 1995 in der Berliner Zeitung, die damals noch nicht von einem Zeitungskonzern vereinnahmt war, mutig und unmissverständlich auf den Punkt: “Die Diktatur einer Partei wurde abgelöst durch die Diktatur des Kapitals. Das Kapital ist der oberste Gott. Die ungerechte Verteilung der Arbeit in diesem reichen Land ist ein Skandal. Und diese Politik wird vertreten durch eine Partei, die sich christlich nennt.“
Der berühmte US-Historiker Howard Zinn stellt in seiner „Geschichte des amerikanischen Volkes“ fest, dass nach seiner Meinung rund 99 % der Bevölkerung zum Volk gehören, worauf  sich auch die US-Bürgerbewegung der USA beruft. Mit anderen Worten: Zum Volk gehören heutzutage alle, die unter dem Diktat der Superreichen, der Großbanken und Konzerne zu leiden haben,  von diesen in ihrer Existenz bedroht oder abhängig sind.  Dazu gehört nicht nur das Proletariat, das es heute in der Form wie zu Marxens Zeiten gar nicht mehr gibt, sondern auch alle Angestellten, Beamten, die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden, die Bauern und Rentner usw., die allermeisten Jugendlichen und Arbeitslosen. Experten schätzen, dass es weltweit nur 2000 bis 3000 Milliardäre mit mehr als 200 Milliarden Dollar gibt, die mit allen möglichen Tricks ihre unerhörten Herrenprivilegien verewigen wollen. Doch die Völker dieser Erde müssten mit ewiger Dummheit geschlagen sein, wenn sie sich weiterhin von einer kleinen Minderheit an der Nase herumführen und weiter entzweien ließen, anstatt gemeinsam ihre natürlichen Grundrechte, die in den ALLGEMEINEN MENSCHENRECHTEN manifestiert sind, endlich friedlich umfassend durchzusetzen.
Doch das ist nur möglich, wenn eine große Mehrheit nicht nur die Ursachen der Kriege und großen Ungerechtigkeiten erkennt, sondern auch mit ZIVILCOURAGE zu deren Verwirklichung beiträgt. Deshalb ist es die wichtigsten und edelste Aufgabe aller bereits aktiven Demokraten, unermüdlich durch VOLKSINFORMATION und AUFKLÄRUNG zu aktivieren und immer mehr Bürgerinnen und Bürger in einer mächtigen bunten VOLKSBEWEGUNG lose zu vernetzen, um dann als erste Voraussetzung wahre VOLKSSOUVERÄTÄT durchzusetzen, die es bis jetzt nicht gibt. Erst dann können mit demokratischer Gesetzesmacht weitere Grundinteressen des Volkes friedlich, demokratisch und dauerhaft durch VOLKSENTSCHEIDE über die wesentlichsten gesellschaftlichen Probleme Schritt für Schritt durchgesetzt werden, denen allerdings die Aufklärung des Volkes über das Für und Wider der zur Entscheidungen stehen Sachen vorausgehen muss. Die STIFTUNG FRIEDLICHE REVOLUTION bietet auf Grund ihrer historischen Verdienste, landes- und welt- weiten Anerkennung und deren klugen Grundsätzen das geeignete Dach, unterm dem sich immer mehr „Zukunftsbesorgte zu einer  mächtigen bunten REGENBOGRENKOALITION lose vernetzen können.
Günter Rahm, Quedlinburg,  9.11.11, Stiftungsmitglied FRIEDLICHE REVOLUTION LEIPZIG (www.stiftung-fr.de),

Kommentare:

  1. Interessante Gedanken zum Volk und zum Folgen, wobei ich einige Ansichten nicht teile, gerade Bezüge zur jüngeren Vergangenheit und zum Teil illusorische Ausblicke.
    Und was bedeutet das Zitat? „Die Diktatur einer Partei wurde abgelöst durch die Diktatur des Kapitals.“ Einmal davon abgesehen, dass ein Mann wie Herr Führer sich dieser Tatsache durchaus hätte bewusst sein müssen, ist diese Betrachtung auch oberflächlich, denn hinter der vermeidlichen Parteiendiktatur standen ganz bestimmte wirtschaftliche Verhältnisse, welche die Grundlage des gesellschaftlichen Seins in der DDR bildeten. Gerade diese Verhältnisse musste erst vernichtet werden, um die Diktatur des Kapitals wieder zu errichten.
    Ein wesentlich größeres Problem hat der Pfarrer seinem Berufe geschuldet anscheint damit, dass das Kapital oberster Gott in diesem System ist! Aber hatte nicht das Christentum selbst schon seinen Gott entseelt, ihm seines Sinns und Zwecks beraubt und in Abstraktion ins alles uns nichts aufgehen lassen? So das er letztlich durch ein anderes alles uns nichts ersetzt werden konnte? Und sind es nicht Menschen, welche entscheiden welchem Gott sie huldigen? Aber auch dieser Konsequenz hätte sich Gottes Hirte im Vorfeld bewusst sein müssen. Letztlich geht es dem Hirten doch nur darum zu welchem Gott seine Schäfchen betten, demselben Zwecke dienend. Das ergibt sich aus dem nächsten Satz, „die ungerechte Verteilung der Arbeit in diesem reichen Land ist ein Skandal.“ Da nun dieses reiche Land die BRD ist, dessen Wirtschaftssystem kapitalistisch organisiert, wird mit dieser Aussage nur gefordert, mit gerechterer Verteilung der Arbeit, die Ausbeutung gerechter zu verteilen. Der Intention folgen, wenn schon ausgebeutet wird, dann doch bitte gerecht!
    Und einmal ehrlich, innerhalb der parlamentarischen Vertreterdemokratie ist es doch eigentlich egal, welche Partei regierungsamtlich die Interessen des Kapitals vertritt! So gesehen, geht es dem Pfarrer i.R. um gerechte Verteilung der Ausbeutung und darum, das die Menschen den richtigen Gott, seinem Gott und nicht dem schnöden Mammon huldigen!

    Übrigens der Grundgedanke vom Volk und folgen, von der Gefolgschaft als Ursprung, ist nicht schlecht, nur was bedeutet er in seiner Konsequenz? Doch nichts anderes, als diejenigen welche 1989 riefen „wir sind das Volk“ eigentlich nicht das Volk waren, da sie weiteres Folgen, sich der Folgen oft nicht bewusst, ablehnten. Dabei ist diese Bestimmung des Volkes durchaus hilfreich, da als Volk all jene bezeichnet werden, welche in irgendeiner Form fremden Interessen Folgen müssen, um Leben zu können! Nur was ist, wenn das Volk seine Interessen in die eigene Hand nimmt und sich emanzipiert vom fremden Interesse? Hört es dann auf Volk zu sein?

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  2. Wir sind das Volk, wir sind ein Volk, wir sind Deutsch, wir sind Nationalisten …
    Friedliche Revolution Leipzig, der Weg zur feindlichen Übernahme und am Ende der Montagsdemos stand nationalistischer Taumel. Die Folgen sind bekannt, Deutschland setzte sich endgültig als europäische Hegemonialmacht durch, Abbau von sozialen- und demokratischen Rechten, sowie Kriegseinsätze auf mehreren Kontinenten!
    Ein interessanter Beitrag (http://www.jungewelt.de/2012/01-13/060.php?sstr=Jutta|Ditfurth) über das Ende der Leipziger Montagsdemos und deren Folgen fand sich am 13.01. in der Jungen Welt. Er sei hier empfohlen, verbunden mit der Hoffnung dass er zum Nachdenken anregt.

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